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"Adressat unbekannt" - Ein musikalisch-literarischer Abend

24.06.2013

Schon im Jahr 1938, noch vor den schrecklichen Ereignissen der Reichspogromnacht, wurde in den Vereinigten Staaten von Kressmann Taylor eine Erzählung veröffentlicht mit dem Titel „Adressat unbekannt". Ursprünglich in Form eines Fortsetzungsromans erschienen, nahm die Autorin gedanklich schon vieles vorweg, das sich in den Folgejahren noch ereignen sollte.

 

Es handelt sich um einen fiktiven, aber bewegenden Briefwechsel zwischen zwei Freunden: der eine, ein emporgekommener Bankier im Nazi-Deutschland, der andere, ein jüdischer Kunsthändler in Kalifornien. In ihren Briefen erfährt der Leser von den Sorgen der beiden. Der eine in Deutschland, der eigentlich nicht offen schreiben kann, da der deutsche Geheimdienst ihn kontrolliert, der andere in Kalifornien, der um das Leben seiner in Deutschland lebenden (jüdischen) Schwester fürchtet.

 

Dieser Briefwechsel, der die dramatische Entwicklung einer Freundschaft in einer äußerst schwierigen politischen Situation jener Zeit nachzeichnet, war jetzt in der ehemaligen Synagoge zu Odenbach zu hören. Die beiden Lesenden Ruprecht Beuter (Rockenhausen) und Klaus-Dieter Härtel (Ebernburg) verstanden es, die Tragik der Situation, in der sich die beiden Briefschreiber befanden, eindrucksvoll  zu interpretieren und darzustellen. Dramaturgisch unterstützt wurde die Lesung durch eingestreute jüdische Musik vom Klezmer-Trio „Scherele“, das von Uwe Christiansen (Winnweiler) geleitet wird.